Semmering 1900 - auf den Spuren einer versunkenen Welt


Vor etwa 100 Jahren erlebte der Semmering seine Hochblüte, eine Zeit in der der Semmering weit über die Grenzen der Donaumonarchie hinaus ein Begriff war - ja sogar als Welttourismusort galt. Die Lage in 1000 Meter Seehöhe, das unvergleichlich gesunde Klima (das ihm bis heute blieb), der landschaftliche Reiz, geprägt vom Zusammenspiel schroffer Felsformationen und sanfter Wälder, sowie die Nähe zur Kaiserstadt und die eindrucksvolle Anreise über die erste Gebirgsbahn Europas mit ihren Tunnels und Viadukten, machten ihn zum Treffpunkt der bedeutendsten Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Politik und Kultur. Oskar Kokoschka, Adolf Loos, Peter Altenberg und Karl Kraus - um nur einige zu nennen - sammelten auf dem Semmering die Kraft für ihre Werke und hatten hier zum Teil sogar ihren zweiten Wohnsitz.

Aber nicht nur im Sommer versammelten sich zahlreiche Sommerfrischler am Zauberberg, auch im Winter wurde der Semmering von Tausenden besucht. Durch die Nähe zu Wien und Graz und seine Verkehrsanbindung mit der Bahn war es ein leicht zu ereichendes Erholungsgebiet. Das Stuhleck ist der erste mit Skiern bestiegene Alpengipfel - somit ist es nicht verwunderlich, dass man in der wenige Kilometer entferneten Stadt Mürzzuschlag das Internat. FIS Wintersportmuseum mit der weltweit größten Wintersportgerätesammlung findet.

Besonderes Interesse galt aber auch den aus dieser Zeit stammenden verspielten Villenbauten und Grand Hotels, die noch heute das Ortsbild des Semmerings prägen - nicht umsonst wurde in das UNESCO Weltkulturerbe auch die umgebende Landschaft miteinbezogen.


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